Ungewohnt
April 20, 2007
Hier wird gerade das kleine nette Internetstuebchen von einer Horde Canadier gestuermt. Sehr ungewohnt, bin ich doch meist die einzige Besucherin, erst recht die einzige Auslaenderin. Nicht nur das ist ungewohnt, ich werde naemlich als vollstaendiges Familienmitglied betrachtet. Das kann unangenehme Nebenwirkungen haben, wenn man bedenkt, dass es sich um eine Muslimfamilie handelt. Ich setze keinen Fuss mehr alleine aus dem Haus. Koennt ihr euch das vorstellen? Ich ebenfalls nicht. Und doch, es geht. Irgendwie ist es sogar angenehm. Wenn man sich damit arrangiert.
Sonst hat es mir besonders der Kashmiri Kawa angetan. Und die Natur, nicht zu vergessen. So sind dann die wenigen Trekkings ein Abenteuer, die Landschaften traumhaft. Und die Leute natuerlich wie immer sehr offen und freundschaftlich. Der Nachbar will mich unbedingt zum Dinner einladen, nachdem er mit mir Business gemacht hat. What else.
Nach einem Ausflug auf dem Wasser und einem in die Berge inklusive Ponyride, gehts morgen nochmal in die Mountains. Dort koennte ich even Skifahren, wenn ich wollte. Genau das, was ich mir in meinen Indienferien vorgestellt habe. Aber eben. Alles etwas ungewohnt hier.
Bezaubernde Naechte und Sturm in Kairo
April 17, 2007
Ein Sturm fegt grade durch Kairo, der allgegenwaertige Staub der auf den Strassen liegt, Staub von allem Moeglichen und herbeigewehter Wuestensand wirbelt durch die Luft, weht durch die Strassen und setzt sich in Haar, Augen, Ohren und Nase fest. Nicht gerade angenehm, nun denn… eine gute Gelegenheit mich in ein gut gelueftetes Internetcafe zu verziehen.
Die lezten Tage habe ich in der Wueste verbracht, kurzum organisierte ich (bzw. wurde fuer mich organisiert) einen Wuestentrip. Kairo ist ein bisschen wie Indien, man laeuft geradewegs an das heran was man sucht. Man brauch nur einmal um die Ecke zu biegen und schon hat man die richtige Person. Oder vielleicht ist es einfach so, nur bei uns nicht, weil nichts offen liegt, alle hinter irgendwelchen Mauern hocken. Der Mittlere Osten ist grossartig, auch kein Problem als Frau alleine zu reisen, die Leute sind neugierig, ja, die Maenner vorallem natuerlich, aber sie sind respektvoll, und zeigt man klar was nicht geht, so bleiben sie anstaendig. Keinerlei dumme und unangenehme Anmachen oder Aufdringlichkeiten, nirgendwo bis jetzt. Am einen oder anderen Ort sind die Blicke evt. etwas anzueglicher, aber auch da, alles im Gruenen Bereich.
Also, da wanderte ich fuenf Tage lang mit „meinen“ zwei Kamelen und den zwei Jungs Rabia (der Kamelfuehrer und Guide) und Khaled (dem Koch) durch die Wueste, jeden Tag eine andere Umgebung, von karger Einoede ueber Duenenlandschaften und die bizarren Felsformationen der Weissen Wueste. Es war einfach grossartig! Das Marschieren, die Stille, der Frieden, das endlose, unfassbare Himmelszelt mit den unzaehligen Sternen die den Boden beruehren etc. etc. etc.
Aber ja, nun bin ich wieder im lauten Kairo, ich mag diese Stadt unheimlich gerne, es fuehlt sich ein bisschen wie Daheim an, warum auch immer, aber manchmal hat man doch dieses Gefuehl bei einer Stadt.
Well, Guys, hoffe ich seh den einen oder die andere dieses Wochenende mal, bin ab 19. zurueck in good old Switzerland.
Eine Hochzeit und ein Hausboot
April 10, 2007
Da sass ich doch gestern tatsaechlich fast den ganzen Tag in einem bruetend heissen Zivilstandsamt in Delhi. Ich wurde sehr spontan von Anja und Baschir als Trauzeugin eingesetzt, nebst einem Bruder und einem Cousin. Als der muehsame und aeusserst korrupte Beamte fragte wer ich bin, meinten die Inder natuerlich die Cousine aus der Schweiz. Wir sind ja schliesslich alle Brueder und Schwestern. So eine Heirat ist echt unglaublich aufwendig und nervtoetend. Jedenfalls wenn man die Braut aus dem gut organisierten Ausland ist. Doch auch diese Story hatte ein Happy End und die beiden sind nun offiziell verheiratet. Congratulations!
Seit einigen Stunden weile ich im Norden und bin stolze Besitzerin eines ausgesprochen romantischen Hausbootes. Hier herrscht das pure Gegenteil zu Delhi. Alles ist ruhig und friedlich und irgendwie frisch. Die Fische blubbern im See, die Greiffvoegel kreisen ueber ihnen und mein Boot schaukelt leise hin und her. Ich werd bestimmt himmlisch schlafen…….
India, again. Oder die Welt ist ein Dorf.
April 8, 2007
So sieht man sich wieder. Geliebtes Indien. Als waere ich nie weg gewesen wurde ich herzlich empfangen, neugierig und offen. Dieses Mal gesellt sich zu der Hektik, dem Laerm und den Dueften eine angenehme Hitze. Wie es halt sein soll in den Ferien, in einem solch orientalischen Land. Ueberall surrt ein Ventilator, weht einem eine angenehme Brise entgegen. So sind die 35 Grad ertragbar.
Mittlerweile sitze ich in einem Haus im Sueden von Delhi, aufgenommen von einer Muslimfamilie. Ja, so sind die Wege des Herrn, unergruendlich. Angefangen hat es bereits als ich im Flieger nach Delhi sass. Meine Sitznachbarin arbeitet in Bern, kennt Jane von der Arbeit. Der Flug war eins zwei vorueber, gab es doch eine Menge zu berichten.
Am naechsten morgen, nachdem ich endlich wieder einmal laaaange geschlafen habe und mir danach im Rooftoprestaurant gemuetlich ein leckeres Fruestueck geleistet habe, wagte ich mich in die geschaeftigen Strassen des Main Bazars in New Delhi. Kaum habe ich ein paar Schritte getan, quatscht mich ein Inder an. Gut, bis dahin nicht weiter aussergewoehnlich. Doch dann stellt sich heraus, dass sein Bruder eine Schweizer Frau hat, sie in Bern wohnten und man diesselben Leute kennt. Da kann man gar nicht nicht einen Chai trinken gehen. Und so kam es, dass ich mit seinem weiteren Bruder Sightseeing machte, in einem Club mit wild tanzenden Indern zu Ace of Base abfeierte (keine Angst, es gab auch aktuellere Stuecke) und schlussamment heute zu Ihnen nach Hause eingeladen wurde. Hier bleibe ich bis uebermorgen, um dann in den Norden zu fliegen. By the way wurde ein kleines Geschaeft unter Freunden gemacht, ich hab nen Tripp nach Kashmir gebucht.
Am meisten staunte ich vor einigen Stunden, als der Aelteste der Brueder ins Wohnzimmer spatziert kam: Den kenn ich ja aus der Schweiz! Wie klein die Welt doch ist, wie incredible Indien doch ist.