back from outher space
Dezember 26, 2006
Nun sind wir wieder zurück, seit rund 57.03 Stunden. Der Abschied von Indien ist nicht leicht gefallen.
Trotz der Anstrengung, trotz der Masslosigkeit Indiens die herausfordert und einem nicht ruhen lässt ist es ein unglaubliches Land. Indien ist Chaos, in ständiger Wandlung und doch seit Jahrhunderten gleich, Chaos aus dem man sich zurückziehen muss und die Ruhe in sich finden will man nicht überrollt werden vom Irrsinn. Innerer Frieden als Selbstschutz. Ja, es gelingt nicht immer, aber ohne Fluchtweg werden die Strategien effizienter, quasi…
Doch die Rückkehr in die schweizerische Heimat hat durchaus auch Gutes, wie z. Bsp. die Ruhe, die Abwesenheit hunderter Fahrzeuge mit ununterbrochen lärmenden Hupen, Klingeln und Rattern, Schlafen in neutraler Stille, ohne Bellen, ohne Fernsehergedudel, ohne lauten Unterhaltungen vor der Zimmertüre, ohne brummenden Generator, einfach nur Stille. Da ist das Tram vor unserer Wohnung das hin und wieder vorbeigleitet der reinste Frieden.
Doch generell kommt mir doch noch alles etwas befremdlich vor, die Leere der Strassen, der graue Beton der meinen Weg säumt, die Eintönigkeit und durchschaubare Struktur in Allem das mir begegnet. Keine Menschenmassen sobald man vor die Türe tritt, Strassen ohne Staub und keine Menschen in bunten Gewändern, nur selten ein Farbklecks. Nichts Pompöses, kein Kitsch und Glitter an jeder Ecke, keine Blumengirlanden an Statuen, keine bunten Aufklebebildchen mit Gottheiten an den Autos, kein Duft von Gewürzen und Räucherstäbchen ist der Luft. Keine Bollywoodmusik die durch die Räume trällern, keine Jungs die starren, keine Menschen die singend ihres Weges ziehen, keine Begrüssungen auf den Strassen und… keine Kühe die den Verkehr auflockern.
However, nichts ist besser, nichts ist schlechter, nur anders und hin und wieder muss man das Andere in sich aufnehmen um die alten Dinge wieder aus einer neuen Sicht sehen zu können.
Addicted
Dezember 20, 2006
Ja, wir geben es zu. Wir sind suechtig. Suechtig nach Bangles (Armreifen), Schals, Palak Paneer (Spinat mit Kaese), Chai (Tee) und Pix (eine Memorykarte reicht bei Weitem nicht), halt nach Indien. Ihr duerft Euch jetzt schon auf eine eintaegige Diashow freuen.
Unser Tagesprogramm hier in Varanasi sieht dann auch folgendermassen aus: Bootsfahrt auf dem nebelverhangenem Ganges, Fruehstueck, durch die engen Gassen schlendern, in einen mit Matratzen ausgelegten Shop sitzen, Chai schluerfen, tausend Decken, Saris (indisches Kleid der verheirateten Frauen) und Kissenbezuege begutachten, Stunden spaeter (ich meine Stunden spaeter) weiterziehen, die Puja (Hinduistische Zeremonie) verfolgen, essen und todmuede ins Bett fallen. Natuerlich hat man nach so einem Tag hundert Mal Nein Danke zu einer angepriesenen Bootsfahrt gesagt und wurde hundert Mal von wildfremden Menschen mit Namaste (Hindi fuer Hallo) begruesst.
Was Varanasi besonders speziell macht sind die Verbrennungen. Viele Inder kommen extra hierher zum Sterben oder sich hier „beerdigen“ zu lassen. Aber unter der Erde landet niemand. Ein letztes Bad im Ganges leitet den Akt der oeffentlichen Verbrennung nahe dem Fluss ein. Der aelteste Sohn, mit geschnittenem Haar und ganz in Weiss gekleidet, bestreut den Leichnam mit Sandelholzpulver und Butter und schaut dann mit der ganzen Trauerfamilie der dreistuendigen Verbrennung zu. Danach waschen sich alle im Ganges. Weinen ist dabei nicht angebracht. Das komische ist, es ist sehr stimmig, obwohl es doch sehr fremd ist, man moechte gar nicht weggehen. Sogar die Leichen auf dem Grund des Ganges stoeren einem nicht wirklich. Sadhus, Babys, Schwangere, Pestkranke und Kobragebissene werden mit Steinen befestigt unverbrannt in Wasser geworfen. Ja und dieses Wasser wird durchaus auch ab und zu Mal getrunken. Schage hat sich nicht einmal mit dem Fuss ins heilige Nass gewagt.
Und so fliegen die Tage nur so vorbei. Morgen gehts again nach Delhi. Da wird dann again eingekauft und schon fliegen wir nach Hause. Mein Herz wird richtig schwer bei dem Gedanken. Bis dahin geben wir jedoch nochmal Vollgas. As usual. Zu unseren letzten Aktivitaeten gehoert eine Yogalektion, eine Massage und ein Kinobesuch darf sicher nicht auf unserer Liste fehlen. Da soll die Post abgehen. Wies wirklich ist erfahrt ihr bald auf dieser Seite.
Varanasi
Dezember 19, 2006
Decken haben sich damals in Kuerze nicht mehr auftreiben lassen, also haben wir nochmals eine Nacht durchgefroren, diesmal aber vorzeitig alles moegliche angezogen. Decken haben wir gestern erstanden – fuer die Rueckfahrt nach Delhi – und sind ganz stolz darauf, vermutlich eine der sinnvolleren Investitionen auf dieser Reise. Aber das nur am Rande.
Seit drei Tagen sind wir hier in Varanasi und es ist grossartig, die Tage gehen rum wie nix. Durch die engen Gassen schlendern und an den Gahts verweilen, das hat schon was. Die Stimmung hier ist extrem speziell, somit auch der ganze Ort, bzw. vor allem die Altstadt. Der Fluss, Mutter Ganga, und die Stadt Shivas mit seinen hunderten versteckten Tempeln und Schreinen, eine der aeltesten Stadte der Menschheit ueberhaupt, ein heiliger Ort, es ist wirklich sehr mystisch hier.
Bis dann, wir schweben derweilen noch eine Weile in anderen Sphaeren und kommen ja schon viel zu bald nach Hause.
Von Kameltreibern, Zuegen und Saengern
Dezember 16, 2006
Da sitzen wir wieder in einem netten Cybercafe, ausserordentlich muede, wie immer surrt ein Fan an der Decke. Die naechtliche 11 Stunden Zugfahrt von Bikaner nach Delhi hat ihre Spuren hinterlassen. Es war schon in der Wueste saukalt in der Nacht, trotz Zelt, reichlich Decken und einer perfekt ausgekluegelten Einwickeltechnik. Aber der Fahrtwind, der durch die undichten Fenster blies, hat uns den Rest gegeben.
Die Wueste war uebrigens toll. Wir waren ein lustiges Trueppchen: Kamal (uebersetzt Lotusblume), der 24jaehrige Guide und Personalkoch, seines Zeichen Saenger und Tanezer, der suesse und scheue 15jaehrige Kamelfuehrer Sanawar und der 27jaehrige stolze Kamelwagenlenker Jasku, Vater von zwei Soehnen und leidenschaftlicher Chaitrinker (Cop Cop Tea?). Nun, die Leidenschaft teilt er ebenso fuer Kautabak und Zucker im Allgemeinen. Obwohl der Kleine aus Respekt und fehlenden Englischkenntnissen nie was sagte, Jasku nur ab und zu seine zwei, drei gebrochenen Saeztchen grummelte, haben wir drei Tage lang viel gelacht. Kamal hat mit seinen Bollywooddarbietungen auch einiges dazu beigetragen. Hier in Indien ist sowieso jeder ein begnadeter Saneger und verschwendet sein Talent nicht unter der Dusche. Sehr zu unserem Amusement. In Wiklichkeit bewundere ich ja diese unkomplizierte Selbstverstaendlichkeit. Wenn sie loslegen geht einem unmittelbar das Herz auf.
Nebst Gekicher und Gelaechter bot die Wueste ebenfalls viel Ruhe und Erholung, Lagerfeuerromantik und wie immer gutes Essen (mit einem solchen Koch nicht sonderlich verwunderlich). Ach ja, wenn jemand Lust hat einen Inder zu heiraten, Kamal ist sehr interessiert und wir haben versprochen ein wenig Werbung zu machen. Foto ist bei uns erhaeltlich. Sie sollte nicht aelter als 22 sein, sonst ist ziemlich alles willkommen. Hauptsache Schweizerin.
In zwei Stunden sitzen wir schon wieder im Zug. Diesmal nach Varanasi, diesmal fuer ganze 16 Stunden. Wir freuen uns auf eine weitere unruhige, beinahe schlaflose Nacht in einem Wagen voller Inder. Brrrrrrrrrr…….
Same same but different
Dezember 16, 2006
Da Chrege und ich ja eigentlich immer zusammen sind und eigentlich immer alles zusammen machen (es gibt da ein paar wenige kleine Ausnahmen) kommt es auch, dass wir – ja genau – auch zusammen am internetlen sind und halt zeitgleich einen Blogeintrag verfassen. Deshalb Schage einmal aus der Scha- und einmal aus der Ge-Sicht.
Wueste war super, fuer mich als alter Wuestenhase natuerlich ein Klaks, schon tourimaessig, aber dennoch eine wunderbare und sehr willkommene Abwechslung zum Stadtreisen. Die Stille der Wueste , die Ruhe, das gemaechliche Dahinschreiten der Kamele, sich im Rythmus wiegend obenauf oder auf dem Wagen mitholpernd, beides sehr angenehm und die Abwesenheit von Muell und Menschenmassen war Balsam fuer das Auge und die Seele. Eine Pause, nicht staendig Laerm im Ohr, Staub, Abgas und Gestank in der Nase, das Auge hat Weitsicht, ach ach, ja, das war gut. Jetzt sind wir wieder mittendrin, in Delhi und alles ist gut, auch so, denn die Abwechslung machts ja.
Wie wir vernehmen ists in der Schweiz noch nicht richtig kalt, gar fern von Schnee oder der Gedanke an weisse Weihnacht nicht mal in Reichweite. Na ja, aber wie Silvio sagt, nur weil es das Frueher nicht gegeben haette, heisst das nicht, das es das Heute nicht geben darf. Times are changing, and we can not look away. Dies wird einem hier noch klarer, Indien ist ein Land des Fortschritts, trotz aller Tradition, trotz der Armut noch immer. Aber die Leute, viele, denken vorwaerts, und das ist gut so, vor allem, wenn sie sich der Vergangenheit bewusst sind, die Wurzeln, die stark geworden sind nicht als Starrheit, als Gefuehl von sich gefangen sein, sondern als feste Grundlage, hilfreiche Stuetze sehen koennen. Indien ist wieder mal Alles, und am besten alles zur selben Zeit, also Chaos, also Neuentstehung, immerzu, juhuuu… Deshalb schlaeft man hier auch nicht ein, ermuedet schon hie und da ab so Manchem, aber es haelt auf alle Faelle den Geist lebendig, selbst dann noch, wenn der Koerper ermattet ist.
Wie letzte Nacht, von Bikaner nach Delhi, alle InderInnen mit fetten Wollecken oder Quilts ausgestattet, nur wir beide dachten, pha, moege es kalt werden, uns doch egal. (Na ja, ganz richtig ist das nicht, wir hatten schon unsere Bedenken, diese aber weeeeit von uns geschoben.) Jedenfalls haben wir die letzte Nacht gefroren wie die Hunde, haben uns in unsere zehn (beinahe) neu erstandenen Schals gewickelt, den Rucksack als Windschutz installiert, die Muetze (Eve, bin ich froh habe ich damals in Kanada diese Muetze gekauft und sie in leiser Vorahnung mit nach Indien genommen!) bis ueber die Nase, das Halstuch von unten gleichfalls bis ueber die Nase gezogen und uns moeglichst termikoptimal positioniert. Geholfen hats ein klein Bisschen. Jetzt haben wir eine weitere 16-stuendige Zugfahrt nach Varanasi unterwegs die uns in nachtlicher Hinsicht etwas beunruhigt, was uns dazu veranlasst nach diesem Eintrag noch auf die Suche nach einer nuetzlichen Wolldecke zu gehen. Wir wuerdens sicher auch so ueberleben, aber irgendwie ist das Leben in Waerme einfach angenehmer.
So long, gute Reise, wo auch immer ihr unterwegs seid oder stationaer, das ist ja auch nicht schlecht. Th Show will go one…
Die Wueste ruft
Dezember 10, 2006
In einigen Stunden erfuellt sich ein weiterer Wunsch: Wir ziehen in die Wueste. Mit Kamel, Zelt, einer Menge Quilts (typische Decken in Rajasthan) gegen die naechtliche Kaelte (5 Grad), und natuerlich dem schon zur Gewohnheit gewordenen Luxus wie eigenem Koch und Guide. Ausgangspunkt ist Bikaner. Hier sind wir vor einigen Stunden gelandet.
Unser Tripp fuehrte uns nach der blauen Stadt in die Berge an einen Ort genannt Mount Abu, dem Renner des indischen Honeymoons. Unser Hotel „Couples Paradise“ (for Couples and Families, Foreigners are welcome) war jedoch weit entfernt von suesser Hochzeitsromantik. Nicht nur das Zimmer, sondern das ganze Hotel inklusive Umgebung ist heruntergekommen, schmutzig, schmuddelig und noch geschmackloser als uebliche indische Rooms (man denke an das huebsche braune Kachelbett in Jodhpur). Ebenfalls die Restaurants mit den netten Plastikmoebeln liessen einfach keine Romantik zu. Es lag tatsaechlich nicht an meiner Begleitung.
Wie man mitterweile weiss, ist in Indien alles etwas anders. So sah man denn frisch verliebte (?) Paerchen auf dem stinkenden See Ruderboot fahren und sich von Fotografen professionell vor der eindruecklichen Kulisse des Honeymoon Point ablichten. Alles mit dem noetigen Abstand, zumal man sich ja erst am beschnuppern ist.
In Indien ist es immer noch ueblich, dass die Eltern den oder die Auserwaehlte/n aussuchen. Fuer uns definitiv unvorstellbar. Und natuerlich gilt es, rein in die Ehe zu schreiten. Fuer uns noch viel unvorstellbarer. Diese Gepflogenheit hat jedoch auch einen bewundernswerten Aspekt: Respekt ist hier nicht nur ein Wort, sondern wird gelebt.
Nebst all den ernuechternden Dingen, fanden wir in Mount Abu doch auch himmlisch ruhige Fleckchen in der felsigen Natur, Tempelhoehlen um Kraft und Energie zu tanken und wie immer vorzueglichen spicy Food. Nach zwei kalten Naechten verliessen wir die luftigen Hoehen, hielten einen kurzen naechtlichen Zwischenstopp in der Blue City und sind hier ohne Rattenbisse (Besuch im nahe gelegenen Rattentempel) heil angekommen, ready for another great experience……
Mr. Singh
Dezember 10, 2006
Today is the day we say good bye. We are happy, he is happy. Mr. Singh, unser Fahrer die letzten 14 Tage (ja, wir liesen uns damals, in Delhi zu einem Car inkl. Driver ueberreden. Aber die Person will ich erleben, die da was dagegen halten kann, phu.). Nun jedenfalls, es war ein guter Entscheid und zu zweit nicht teurer als die Bus- und Zugfahrten, die Erlebnisse und Abenteuer verschieben sich. Manches ist einfacher (die Rucksaecke brauchen wir morgens bloss in den Kofferraum zu schmeissen, fuer einen Chai-Stopp on the Road koennen wir uns jederzeit spontan entscheiden und zu einem abgelegenen Tempel muss man auch keine halbe Weltreise – zeit- und disskusionstechnisch – unternehmen, sondern kann bloss den Boss spielen.) Den Boss spielen, dies ist allerdings nicht immer nur angenehm oder einfach und zu anfangs mussten wir ganz schoen den Tarif durchgeben, denn was haben wir Maedchen schon Ahnung vom Leben? Jede Frau die mal in Indien war weiss wovon ich spreche. Keine Frau kann irgendwo alleine Reisen, alleine Dinge unternehmen, geschweig denn Dinge alleine entscheiden! Das ist ein Ding, das der maennlichen Bevoelkerung nicht in den Kopf will. Alle (anderen selbstverstaendlich, nur nie die Person mit der man gerade spricht) sind boese und schlecht und wollen einem nur an die Waesche, rauben einem aus und vergewaltigen einem, Raeubergeschichten noch und noecher. Dass wir alleine auf uns aufpassen koennen und nicht ganz naiv irgendwelche Drogen annehmen (wir koennen ja auch nicht soo gut selber denken wie die tollen Maenner) und nicht noch naiver mit wildfremden Boys mit nach Hause gehen, dass war schwer zu akzeptieren fuer Mr. Singh. Doch er hatts geschafft, er hat sich ueberwunden. Zwar behuetet er uns immer noch wie zwei Toechter, aber ab und zu laesst er sich auch zu einem „yes, oke oke, you are the boss“ (die ersten Tage war der Ton noch etwas beleidigt, schmollig, aber das hat sich gelegt) herab und laesst uns ganz alleine losziehen. Inzwischen ist er dabei auch schon erstaunlich relaxt.
Alles ist gut, wir haben einen sicheren Driver, und seine „Anweisungen“ wurden Empfehlungen die wir annehmen oder ablehnen koennen. Mr. Singh ist Sikh (Tom, anfangs habe ich ja schon an Deine Warnungen gedacht, aber Du weisst ja, keine Regel ohne Ausnahme), und was kann einem ein Mensch schon anhaben, dessen Religion vorschreibt morgens ein Buch (die Heilige Schrift von 10 Gurus ueberliefert und aufgeschrieben, beinhaltet zudem Texte des Hinduismus und des Islams) quasi aus dem Bett holt und dieses abends in einer Zeremonie zu einlullendem Gebets-Singsang (genannt Kirtan) um halb Sieben wieder zu Bett gebracht wird (ja, wir waren dabei!), die 5 K’s beherzigt und die Gott geschworen haben nicht zu betteln, nicht zu stehlen und nicht zu luegen.
Das ist Mr. Singh, immer laechelnd, wenn die Disskusionen wieder mal nicht enden wollen und wir sie doch beenden ein einverstandenes „you are happy – I am happy“ deklamierend, den orangenen Turban stehts straff gebunden, den Schnurrbart alle paar Minuten nach aussen zwirbelnd und den glaenzend schwarzen Bart glatt streifend. Morgens putzt er das ganze Auto bevor es weitergeht und bevor man losfaehrt wird noch ein Gebet gemurmelt, das Auto gesegnet. Nur eines kann Mr. Singh nicht, fahren und reden (weil er dabei nach hinten schauen muss, um uns anzusehen), so tuckern wir immer ganz langsam und etwas kurvig dahin wenn er uns eine weitere wilde Story erzaehlt oder uns ueber die Gegend was Geschichtliches mitteilt. Dann schweigen wir irgendwann wieder und schon geh es wieder zuegig voran.
Dies ist unsere kleine Homage an Mr. Singh, den wir heute Abend verabschieden werden und ihm alles Gute wuenschen. Good luck and a happy life!
Und dann noch was in nicht-Mr.-Singh-Sache: Hoffe bei euch weihnachtets ein wenig. Bei uns nicht, obwohl die Inder ja ganz verrueckt sind auf Glitzer- und Blingblingdinge, aber dies ganzjaehrig.
Und hoffe euch allen gehts fein wie auch wir wohlauf sind.
Hug to all, Jane
Indian Karma
Dezember 6, 2006
Nachdem mein Koerper (ja, indische Tastaturen haben keine aes Claude) den inneren Tiger besiegt hat, bin ich am naechsten Tag mit Jane auf den anderen Berg gestiegen. Das war in Pushkar, schon hunderte Kilometer und Millionen Bilder weit entfernt.
Hier in Jodhpur ist es wieder more busy. Viel Verkehr, Staub, Kuehe, Ziegen, Menschen, Gewuerze, Hupen, Fluglaerm, Fragen, Fragen, Fragen und immer wieder Blicke, Starren. Dafuer kenne ich nun den Grund meines Irdendaseins. I have to become an indian actress. So einfach. Und es ist nicht nur meine Pornobrille. Die Haare, die Augen, das Gesicht, ueberhaupt alles scheint perfekt. Jaja, viele haben es geahnt. Einer Ruekkehr steht einiges im Weg. Erst recht nachdem Bern nicht mehr wirklich bewohnbar ist. Schade, eigentlich.
Und als Beweis fuer alle Skeptiker: der Tiger!
Ha!
Dezember 6, 2006
Blueblue Babes
Dezember 6, 2006
Zwischenzeitlich sind wir in Jodhpur, der Blauen Stadt (weil in die weisse Tuenchfarbe Eisenoxyd – als Schutz vor Witterung und als Tarnung, dass frueher die Mongulen die Stadt unter dem blauen Himmel nicht so leicht sahen und daher nur schwer angreifen koennten – beigemischt wurde = Blue) angelangt und haben in grade mal 4 Std. ca. 1 Km hinter uns gebracht. So laeuft das in Indien, alles braucht seine Zeit, vieeel Zeit. **## F… Tastatur!#*#
Grade eben haben wir die erste Serie unserer Bildlis gebrannt. Aber was sollen diese Lapalien angesichts der grossen Dinge die in der Schweiz vor sich gehen. Und ausgerechtnet jetzt, jetzt wo wir weg sind. Spaeter koennen wir unseren Grossenkeln nicht mal erzaehlen, dass wir am legendaeren 25/11 mit dabei waren, stattdessen mit Fiebertraeumen irgendwo in einem von Kakerlaken besiedelten traurigen Zimmer in Ranthambore lagen. Was fuer Aussichten! Aber nein, wir erzeahlen dann… WIR HABEN EINEN TIGER gesehen, 7 Meter weit entfernt (das waren UNSERE AUGEN die dies bemessen haen, und ich sehe wie ein Habicht).
Gestern kamen wir aus Pushkar, das war wirklich nett da, schoen ruhig (bloss zu viele Hippies, alle mit Gammelmaehne, Inselhosen und in Tuecher gehuellt die nach „Incences“ riechen), jetzt ist wieder Ramba Zamba, keine Ruhe mehr, wieder 100 Menschen die die 100 selben Fragen stellen. Indien ist wie eh und jeh saumaessig laut. Aber es ist okay, wir ertragens. Ich schick jeweils Chrege vor, und sie diskutiert ja gerne
Danke an dieser Stelle, so hab ich etwas mehr Ruhe, phu…
P.S. Der Wrestler hat uebrigens eie ganz suesse Huendin die Dolly heisst und nur vegetarischen Food erhaelt, und er hat auch eine Schildkroete und Chrege heiratet ihn vielleicht.
P.P.S. Auch wir sind jetzt ein klein wenig hippie, wir haben jetzt ein Mandi an den Haenden. The Spirit takes us…